Winzer / Winzerin

Aufgaben
Die Aufgabe des Winzers ist sehr vielfältig und abwechslungsreich. Sowohl in der Landwirtschaft als auch in Labor und Marketing müssen Winzer bewandert sein - und das obwohl sie sich nur auf ein einziges Naturprodukt, die Traube, konzentrieren müssen.

Der gesamte Herstellungsprozess „von der Traube bis zum edlen Tropfen“ auf dem Weingut und in der Kellerei obliegt der Verantwortung des Winzers / der Winzerin. Die Bodenbearbeitung, das Setzen der Jungpflanzen, das Schneiden der Rebstöcke, die Bekämpfung von Unkraut und Schädlingen und die Weinlese (Traubenernte) erfordern einen hohen körperlichen Einsatz, da sie noch zu einem Großteil in Handarbeit erfolgen.

Das Keltern im eigenen Betrieb oder Ablieferung an eine Winzergenossenschaft gehören zum Produktionsprozess des Weines. Pressen und Filtern der Trauben und Überwachung und Steuerung des Gärungsprozesses, Verbesserung der Weinqualität durch Schwefeln und Entsäuern sind wichtige Arbeitsschritte zur Erzielung einer guten Weinqualität.

Die Winzerinnen und Winzer untersuchen in eigenen kleinen Laboren fortlaufend die Weinqualität. Aber ein guter Geschmack- und Geruchssinn kann durch kein Labor ersetzt werden und ist die entscheidende Prüfung für gute Qualität. Erst nach eingehender Prüfung erfolgt die Abfüllung in die Flaschen und die Etikettierung.

Um zu vermitteln was einen Wein einzigartig macht ist ein gutes Marketing gefragt. Hier haben Winzerinnen und Winzer viel Spielraum und können ihre eigene Vermarktungsstrategie durch besondere Etikettierung, Weinpräsentationen, Weinproben und Führungen entwickeln. Auch das Internet spielt bei der Vermarktung in Online-Shops und Empfehlungsmanagement-Systemen (Recommandation Services) mittlerweile eine wichtige Rolle. Analysiert wird das Such- und Kaufverhalten und dementsprechend den potentiellen Kunden eine vollautomatisch erstellte Produktempfehlung präsentiert.

Voraussetzungen
Es ist keine bestimmte schulische oder berufliche Vorbildung erforderlich. Die Betriebe setzen allerdings in der Regel die Hochschulreife oder einen mittleren Bildungsabschluss voraus.

Interesse an der Natur, körperliche Belastbarkeit, technisches und wirtschaftliches Verständnis, ein Guter Geschmacks- und Geruchssinn, Kontaktfreudigkeit, Flexibilität bezüglich der Arbeitszeiten und Spaß an Arbeit in der Natur sind wichtige Voraussetzungen für den Beruf des Winzers / der Winzerin.

Ausbildungsdauer
Die Ausbildung zum Winzer / zur Winzerin ist eine 3-jährige duale Ausbildung, die in Betrieb und Berufsschule erfolgt.

Ausbildungsvergütung
Folgende Angaben über die Ausbildungsvergütung dienen der Orientierung, können aber nicht rechtlich geltend gemacht werden:

1. Ausbildungsjahr: 547 Euro
2. Ausbildungsjahr: 603 Euro
3. Ausbildungsjahr: 695 Euro

Ausbildungsförderung
Bei bestimmten Voraussetzungen kann eine Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) beansprucht werden. Über die Voraussetzungen informiert die Agentur für Arbeit.

Einsatzmöglichkeiten / Einsatzorte
In der Regel arbeiten Winzerinnen und Winzer auf dem eigenen Weingut oder fremden Weingütern und Kellereien. Es ist auch ein Einsatz bei Genossenschaften, im Labor und dem Ein- und Verkauf von Handelsketten möglich.

Weiterbildungsmöglichkeiten
- Winzermeister/-in
- Weinküfermeister/-in
- Techniker/-in im Weinbau und Kellerwirtschaft
- Wirtschafter/-in Weinbau
- Hochschulstudium in Weinbau, Agrarwissenschaften, Getränketechnologie…

Verdienst / Einkommen

Die genannten Beispiele sollen der Orientierung dienen. Ansprüche können daraus nicht abgeleitet werden. Abhängig sind die Einkommen vom jeweiligen Arbeitgeber und den damit zusammenhängenden Rahmenvereinbarungen oder Tarifverträgen. Entscheidend ist dabei auch die Art der Ausbildung, das Maß an Verantwortung und die berufliche Erfahrung. Ein monatlicher Bruttolohn in Höhe von 2.069 Euro bis 2.172 Euro ist möglich.

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